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Myome in der Schwangerschaft

Zwischen 1-20 % der Schwangeren haben ein oder mehrere Myome, welche zu Komplikationen führen oder ein Geburtshindernis darstellen können. Als häufigste Komplikation besteht eine erhöhte Fehl- und Frühgeburtsrate. Befinden sich die Myome am Gebärmutterhals oder in der seitlichen Region der Gebärmutter, können sie den Geburtskanal einengen.

Intramurale und subseröse Myome hingegen werden oft durch das Wachstum der Gebärmutter aus de kleinen Becken gehoben und stellen meist kein Geburtshindernis dar.

Während der Schwangerschaft ist insbesondere durch Flüssigkeitseinlagerung mit einem Myomwachstum bis zu 15-25 % zu rechnen, jedoch auch ein Myomzerfall kann vorkommen. Nach der Schwangerschaft schrumpfen die Myome meist wieder auf ihre Ausgangsgröße, häufig mit der Tendenz zu verkalken.
Myome können in der Schwangerschaft Schmerzen verursachen.

Da sich die Muskelzellen des Myoms praktisch nicht kontrahieren, kann es nach der Geburt zu verstärkten Blutung führen (intramurales Myom), da sie das Zusammenziehen (Nachwehen) der Gebärmutter und somit die Blutstillung behindern.

Wird ein Myom in der Schwangerschaft diagnostiziert, wird in der Regel vorerst keine Therapie oder gar Operation durchgeführt. Die Patientin sollte sich zu engmaschigen Kontrollen begeben. Besteht die Gefahr einer Frühgeburt ist eine stationäre Betreuung im Krankenhaus nötig. Eine operative Entfernung wäre nur bei einer symptomatischen Myomnekrose oder einer Stieldrehung angezeigt.

Ob am Ende eine normale Geburt oder ein Kaiserschnitt steht muß individuell entschieden werden und ist abhänigig von der Größe und der Lokalisation des Myoms. Kommt es zu einem Kaiserschnitt ist es, wegen einer erhöhten Blutungsgefahr, in vielen Fällen nicht sinnvoll die Myome mit zu entfernen.

Zwei Drittel aller Schwangerschaften mit Myomen verlaufen völlig komplikationslos !

Sollten Myome vor Eintritt einer Schwangerschaft entfernt werden?

Das hängt sehr stark von der Lage und der Größe sowie der Anzahl der Myome ab. Prinzipiell kann gesagt werden, dass eine Narbe in der Gebärmutterwand ein erhöhtes Risiko für eine Uterusruptur ( das Einreißen der Gebärmutterwand) während der Schwangerschaft aber vor allem während der Geburt bedeutet. Je größer und tiefer die Narbe, umso größer die Rupturgefahr.Daher sollten Myome möglichst entfernt werden, solange sie noch klein sind. Sehr kleine Myome können indes auch oft belassen werden, wenn sie günstig liegen.

Narbenbildungen werden relevant, wenn die Narben mehr als halb so groß wie die Gebärmutter sind. Dann sollte nicht der Versuch einer normalen Geburt unternommen, sondern an der wehenlosen Gebärmutter geplant ein Kaiserschnitt in der 39. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.

Wann sollte eine Frau nach der operativen Myomentfernung schwanger werden?

Hierzu gibt es keine wissenschaftlichen Daten, daher richtet man sich nach Erfahrungen und Meinungen. Nach unkomplizierten Operationen kleiner . oberflächlicher Myome kann eine Frau sofort schwanger werden, in allen anderen Fällen, sollte sie 3 - 6 Monate warten.

Kann eine Frau nach einer Myomembolisation schwanger werden?

Ja, es sind über 100 Schwangerschaften nach erfolgter Myomembolisation beschrieben. Aus zwei unterschiedlichen Studien kennt man insgesamt 29 Schwangerschaftsverläufe. Es traten 10 Fehlgeburten auf, 19 Kinder kamen gesund zur Welt, darunter einmal Zwillinge. Ein Kind starb unter der Geburt an einer Infektion der Mutter, die an Aids erkrankt war. Alle anderen Kinder waren gesund. Man kann wohl davon ausgehen, daß bei Schwangerschaften für das Kind keine große Gefahr besteht.
Da die Erfahrungen mit Schwangerschaften nach Embolisation aber noch zu gering sind, führen wir in Deutschland keine Embolisation bei Kinderwunsch durch. In den USA und in Frankreich ist man diesbezüglich "großzügiger".
Bei diesen Überlegungen spielt auch die Frage der Strahlenbelastung eine Rolle.
Obwohl man eine niedrige Dosis und kurze Durchleuchtungszeiten wählt, ist die Rate mit im Durchschnitt "etwa 0,15 Rad" (1,5 Milligray) "noch relativ hoch". Man ist trotzdem der Ansicht, dass das Risiko Nachwuchs mit genetisch bedingten Fehlbildungen zu bekommen, nicht erhöht ist. Dennoch sprechen sich die Radiologen bei Frauen mit Kinderwunsch gegen diese Methode aus.

 


 

 

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     Dr. med. Ingo von Leffern - Süntelstraße 11a - 22457 Hamburg                       Albertinen Krankenhaus - Hamburg

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