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Myom - Embolisation . (engl. Uterine Artery Embolization Abk: UAE)
Einführung
Als nicht-operatives gebärmuttererhaltendes Verfahren stellt die Myomembolisation eine Alternative zu den chirurgischen Therapie- formen bei symptomatischem Myomleiden dar.
Weltweit wurden bislang über 100.000 Myomembolisationen vornehmlich in den USA und in Frankreich durchgeführt.
In unserer Klinik werden die Voruntersuchungen, die Besprechung und Abwägung der alternativen Möglichkeiten und die letztendliche Indikationsstellung in der Gynäkologie durchgeführt, die Embolisation erfolgt dann in der Röntgenabteilung von speziell ausgebildeten Röntgenärzten. Die Patientinnen werden auf der gynäkologischen Station betreut und auch die Nachbeobachtung erfolgt weiter durch die Gynäkologen.
Das Verfahren
Das Prinzip ist einfach, es werden Kunststoffpartikel in die zuführenden Blutgefäße (Arterien) der Myome gespritzt. Diese Partikel verstopfen die feinsten Gefäße, so daß die Myome keinen Sauerstoff mehr erhalten und das Gewebe abstirbt. In die Arterien gelangt man über einen sehr feinen Katheter durch die große Beinarterie. Das ist ein komplizierter Vorgang, da der Gefäßbaum zu der Gebärmutter stark verästelt ist und der Röntgenologe den Katheter nur unter zweidimensionaler Sichtkontrolle während einer Röntgendurchleuchtung mit Kontrastmittel vorschieben kann.

Die Abbildung zeigt so einen Gefäßbaum vor der Embolisation. Es ist üblich, die beiden Hauptarterien der Gebärmutter (Arteria Uterina) zu embolisieren. Mit viel Geschick und etwas Glück kann man jedoch auch nur die feinen Fiedergefäße, die zu den Myomen führen, gezielt (selektiv) embolisieren. Dies hat den Vorteil, daß die Gebärmutter stärker geschont wird. Die überwiegende Zahl der Abteilungen, die das Verfahren durchführen, embolisieren die Gebärmutterarterien (Daher auch der engl. Ausdruck "Uterine Artery Embolisation"). Wir bevorzugen die selektive Methode, da sie weniger Schmerzen während und nach der Prozedur verursacht. Offensichtlich macht der Sauerstoffmangel an der gesunden Gebärmuttermuskulatur deutlich mehr Schmerzen, als der Sauerstoffmangel am Myomgewebe. Technisch ist die selektive Methode natürlich schwieriger.

Aud dieser Abbildung sieht man die Kunststoffpartikel neben einer Stecknadel. Die Partikel haben eine definierte Größe von 0.35 - 0,5 mm und bestehen aus Polyvenylalkohol (PVA).

Der Katheter wird immer nur von einer Seite eingeführt. Ist er exakt positioniert, werden die Partikel in die Gefäße injiziert.
Unten sieht man, wie die PVA Partikel die Myomgefäße verstopfen. Das gesunde Gebärmuttergewebe erholt sich von der Prozedur meist innerhalb weniger Tage, da die Gebärmutter noch von anderen Blutgefäßen versorgt wird.

Die Myome sterben ab und werden im Laufe der Zeit narbig umgewandelt. Dabei schrumpfen Sie durchschnittlich um ca. 30 - 40%. Einige Myome schrumpfen nicht, wachsen aber auch nicht mehr weiter, was ja auch u.U. genügt. Durch das Absterben der Myome kann es insbesondere bei sehr großen Myomen zur Infektion des abgestorbenen Gewebes kommen. Dies kann zu Fieber, eitrigem Ausfluß und Schmerzen führen. Man nennt dies das "Postembolisationssyndrom". In der Literaur ist beschrieben, daß schwere Fälle dieses Syndroms nur durch die letztendlich doch operative Entfernung der Gebärmutter beherrschbar waren. Technisch gelingt das Verfahren in ca. 95% der Fälle. Von den Patientinnen, bei denen das Verfahren technisch geglückt ist, sind ca. 80 % von Ihren vorher bestehenden Beschwerden geheilt. Das Verfahren führt also nicht 100%ig zum gewünschten Erfolg. Nach einer Embolisation können aber alle anderen, operativen Verfahren immer noch angewandt werden.

Auf den Bildern oben sieht man die Durchleuchtungsbilder vor und nach der Embolisation. Die Gefäße des Myoms füllen sich im 2. Bild nicht mehr mit Kontrastmittel, sind also erfolgreich embolisiert.
Die Patientinnen sind wach, sie können sich mit uns unterhalten oder sie können Musik über einen Kopfhörer hören.
Nach der Embolisation muß die Patientin 6 Stunden streng im Bett liegen und bekommt für 2 Stunden einen Druckverband auf die Leiste, damit es nicht zu einem Bluterguß aus der Beinarterie heraus kommt. Zur Vorbeugung des Postembolisationssyndroms bekommt jede Patientin für 10 Tage ein Antibiotikum in Tablettenform. Zur Vorbeugung einer Venenthrombose wird Heparin gegeben. In der Regel werden die Patientinnen am dritten Tag nach der Embolisation nach Hause entlassen. Körperliche Schonung soll dann noch 1 Woche eingehalten werden, nach 2 Wochen kann der Körper wieder voll belastet werden. Bis dahin werden die Patientinnen im allgemeinen krank geschrieben.
Das Team
Die Myomembolisation stellt insofern eine Besonderheit dar, indem es sich um eine gynäkologische Erkrankung handelt, die aber von einem speziell geschulten Röntgenarzt (interventioneller Radiologe) therapiert wird. Dazu bedarf es einer besonders guten Zusammenarbeit zwischen der gynäkologischen Abteilung und der Radiologie.
Im Albertinen Krankenhaus Hamburg führen Chefarzt Dr. Ralf Gehrkens und Oberarzt Dr. Holger Bartsch die Embolisation persönlich durch. Sie haben große Erfahrung in der Embolisation von Blutgefäßen.
 Dr. Gehrkens Dr. Bartscg
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